Romantik, Komödie, Drama | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 im Kino | Schauspieler: Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim | Regisseur: Kristoffer Borgli | 1h 45min

8,4/10 Punkte

Zendaya 1/4 - Tom hat es echt nicht leicht

Ich hatte ehrlich gesagt keine wirkliche Ahnung, was mich bei The Drama erwartet. Der Titel sagt wenig, der Trailer noch weniger. Und vielleicht ist das auch genau der Grund, warum der Film so gut funktioniert. Weil er dich komplett unvorbereitet erwischt.

Wir begleiten zwei Menschen, deren Beziehung sich in einem kurzen, intensiven Zeitraum immer weiter zuspitzt. Während Gespräche, Erinnerungen und mögliche Einbildungen ineinander verschwimmen, wird zunehmend unklar, was tatsächlich passiert und was nur in ihren Köpfen existiert.

Im Zentrum steht ein emotionales und psychologisches Machtspiel, bei dem sich Wahrheit und Wahrnehmung ständig verschieben. Mit jeder Szene wird deutlicher, dass hinter der scheinbar alltäglichen Situation ein dunkler Kern steckt, der die Dynamik der beiden Figuren grundlegend verändert.

Es ist außerdem das erste von 4 Projekten dieses Jahr, in denen man Zendaya auf der großen Leinwand sehen wird, und ich hatte das Gefühl, dass sie hier direkt zeigt, wie viel sie eigentlich tragen kann. Zusammen mit Robert Pattinson entsteht da ein Zusammenspiel, das den Film fast im Alleingang trägt. Und trotzdem ist es nicht das, was einen zuerst trifft.

Es ist der Schnitt. Dieser Film spielt permanent mit dir. Du weißt nie so ganz, was gerade passiert. Was ist Erinnerung, was Gegenwart, was vielleicht nur Einbildung? Szenen greifen ineinander, brechen ab, setzen neu an, schocken dich teils und wirken vielleicht verstörend, und trotzdem wirkt das alles nie chaotisch. Eher wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt, während man noch versucht zu verstehen, wie die Teile überhaupt zusammengehören. Und genau das funktioniert überraschend gut.

Das Tempo ist hoch, aber nie überfordernd. Man kommt mit, solange man aufmerksam bleibt. Aber der Film verzeiht keine Unachtsamkeit. Ein kurzer Moment, in dem man abschweift, und man merkt sofort, dass man etwas verpasst hat. Und vielleicht passt das ganz gut zu dem, was der Film emotional macht. Weil ich selten im Kino so sehr auf meinem Sitz hin und her gerutscht bin. Dieses Gefühl von Fremdscham, von Unbehagen, von „ich will das gerade eigentlich nicht sehen“, und trotzdem schaut man weiter. Oder eben nicht. Es gab Momente, in denen ich wirklich wegschauen musste. Und das schafft nicht mal jeder Horrorfilm.

Und genau da wird es interessant. The Drama ist kein Horrorfilm, aber er fühlt sich teilweise genauso unangenehm an. Diese Situationen, diese Dialoge, diese Dynamiken zwischen den Figuren, das hat etwas herrlich Furchtbares. Und ich meine das im besten Sinne.

Die Dialoge sind dabei vielleicht das stärkste Element. Unglaublich präzise, perfekt getaktet, fast schon rhythmisch. Gespräche, die sich hochschaukeln, kippen, sich wieder einfangen, und die man einfach gerne verfolgt, auch wenn sie einen gleichzeitig komplett stressen. Und trotzdem wirkt der Film nie zu lang. Was auch daran liegt, dass inhaltlich gar nicht so viel Zeit vergeht. Es sind wenige Momente, wenige Tage, aber in denen kippt ein ganzes Leben komplett um.

Und dann kommt dieser Twist. Einer, den man so nicht kommen sieht. Vor allem nicht, wenn man nur den Trailer kennt. Und plötzlich bekommt der ganze Film eine andere Farbe. Eine dunklere. Eine unangenehmere. Genau da fängt er eigentlich erst richtig an zu arbeiten. Die Prämisse dahinter ist spannend, wirft Fragen auf, die über das hinausgehen, was man gerade sieht. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum der Film so hängen bleibt.

Auch wenn das Ende für manche vielleicht zu abrupt kommt. Nicht alles wird aufgelöst, nicht alles wird erklärt. Es bleiben Fragen. Aber vielleicht gehört genau das dazu. The Drama ist kein Film, den man einfach konsumiert. Man muss sich darauf einlassen. Und man muss bereit sein, dieses unangenehme Gefühl auszuhalten. Wenn man das kann, bekommt man hier etwas wirklich Besonderes. Auf eine sehr schräge, sehr unbequeme Art.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/the-drama