Science-Fiction, Action | Erscheinungsjahr: 2025 | Geschaut: 2025 über Streamingdienst | Schauspieler: David Corenswet. Rachel Brosnahan, Nicholas Hoult | Regisseur: James Gunn | 2h 10min
6,7/10 Punkte
Nicht nur die Locke ist geleckt
Ich glaube, selten stand ein Film so sehr unter Druck wie Superman. Nicht nur, weil es ein weiterer Superheldenfilm ist, sondern weil er etwas neu starten soll. Ein Reboot, der funktionieren muss. Für das Studio, für das Publikum, für ein ganzes Universum. Und genau da könnte schon, dass erste Problem liegen.
Man merkt diesem Film diesen Druck in jeder Szene an. Es ist wahrscheinlich der meistvermarktete Film des Jahres gewesen, überall präsent, überall Erwartungen, und genau das sorgt dafür, dass er sich nie wirklich traut, etwas Eigenes zu sein. Alles wirkt… sicher.
Dieser Superman (David Corenswet) ist so glatt, so sauber inszeniert, dass er fast schon austauschbar wird. Eine Figur, die eigentlich für Hoffnung stehen soll, wirkt hier eher wie ein Konzept, das bloß nicht anecken darf. Und das ist schade, weil die Grundidee eigentlich spannend ist. Diese leichte Andeutung einer dunkleren Seite, dieser innere Konflikt, da wäre so viel drin gewesen. Aber der Film geht diesen Weg nie wirklich.
Er bleibt immer kurz davor stehen. Traut sich nicht, wirklich frech zu sein, nicht weird zu werden, nicht mal für einen Moment aus dieser sicheren Komfortzone auszubrechen. Was gerade bei einem Regisseur wie James Gunn fast schon irritierend ist. Selten wurde in einem seiner Filme so wenig gelacht, selten wirkten Dialoge so… egal. Und vielleicht passt das ganz gut zum Rest.
Denn der Film ist voll. Zu voll. Zu viele Figuren, zu viele Ansätze, zu viele Dinge, die angerissen werden, aber nichts bekommt wirklich Zeit. Es fühlt sich an, als hätte man diesen Superman (David Corenswet) schon hundertmal gesehen, nur diesmal ohne echte Fallhöhe. Es gibt kaum Momente, in denen man das Gefühl hat, dass hier wirklich etwas auf dem Spiel steht.
Trotzdem muss man diesem Film zugute führen: Er hat Herz. Das spürt man. In einzelnen Bildern, in Momenten, in dieser starken Nostalgie, die sich durch den ganzen Film zieht. Musik, Schriftzug, bestimmte Szenen, vieles fühlt sich an wie ein bewusstes Zurückgreifen auf das goldene Zeitalter der Comics. Fast so, als wolle der Film daran erinnern, was Superman mal war. Nur stellt sich die Frage, ob genau das für einen Neuanfang wirklich reicht.
Visuell schwankt das Ganze auch stark. Es gibt wirklich schöne, ikonische Bilder, Aufnahmen, die hängen bleiben. Und gleichzeitig Momente, in denen das CGI so offensichtlich ist, dass es einen eher rauszieht als reinzieht. Vielleicht beschreibt genau das den ganzen Film ganz gut.
Superman ist kein schlechter Film. Aber er ist ein Film, der sich zu sehr danach anfühlt, unbedingt keiner sein zu wollen. Zu sehr gewollt, zu sehr kalkuliert, zu sehr darauf bedacht, alles richtig zu machen. Und genau deshalb macht er am Ende vielleicht zu wenig richtig.
Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/superman-2025
