Horror, Fantasy, Drama, Mystery | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2025 im Kino | Schauspieler: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver | Regisseur: Bryan Fuller | 1h 46min
6,7/10 Punkte Kurzkritik
Mads, da ist ein Monster unter meinem Bett
Ich wusste ehrlicherweise nicht so ganz, was ich von Dust Bunny erwarten soll (verstärkt wurde dieser Gedanke nur dadurch, dass ich in einer Sneak Previe war und deshalb sowieso nicht wusste, welchen Film ich schauen werde). Allein die Prämisse klingt schon so absurd, dass man entweder komplett raus ist, oder sich genau darauf einlässt. Denn dieser Film interessiert sich erstaunlich wenig dafür, dir irgendetwas klassisch zu erklären.
Die ersten 30 Minuten fallen genau dadurch auf, dass fast nichts gesprochen wird. Zwei Sätze, wenn überhaupt. Und trotzdem passiert etwas. Nicht im klassischen Sinne von Handlung, die dir erklärt wird, sondern eher über Bilder, über Atmosphäre, über diese seltsame, fast schon traumartige Inszenierung. Man sitzt da und denkt sich immer wieder: “Was geht hier eigentlich ab?”, aber nicht unbedingt im negativen Sinne.
Gerade die Szenerie trägt unglaublich viel. Der Film erzählt visuell, lässt dich beobachten, statt dich mitzunehmen. Und gleichzeitig wirkt das alles so bewusst reduziert, als würde alles Unnötige einfach ausgeblendet werden. Keine große Welt drum herum, kein erklärender Kontext, nur das, was gerade passiert.
Und dann ist da Mads Mikkelsen als eine Art John-Wick-Vaterfigur, die mit einer stoischen Ruhe durch diesen völlig absurden Film läuft, als wäre das alles das Normalste der Welt. Und genau dadurch funktioniert es irgendwie.
Weil Dust Bunny gar nicht versucht, logisch zu sein. Der Film ist skurril, abgedreht, teilweise komplett drüber. aber eben auf eine Art, die merkt, dass sie genau das ist. Eben genau, als würden wir alles durch Kinderaugen beobachten. Die Darsteller haben sichtbar Spaß daran, und das überträgt sich. Gerade die junge Hauptdarstellerin Sophie Sloan sticht da nochmal heraus und gibt dem Ganzen etwas erstaunlich Greifbares inmitten dieses Chaos.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl die ganze Zeit: “Was passiert hier eigentlich gerade?” Aber vielleicht muss man darauf gar keine Antwort haben. Denn wenn man sich darauf einlässt, wenn man nicht versucht, alles zu verstehen, sondern einfach mitgeht, dann ist das hier ziemlich unterhaltsam. Kein Film, der lange nachwirkt oder groß analysiert werden will, sondern einer, bei dem man sich einfach mal treiben lassen kann und im Moment lebt und vielleicht auch ein wenig sein inneres Kind nochmal erleben lässt.
Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/dust-bunny
