Action, Science-Fiction, Drama | Erscheinungsjahr: 2024 | Geschaut: 2024-2026 | Schauspieler: Ella Purnell, Aaron Moten, Walton Goggins

  1. Staffel 8 Folgen: 8,3/10 Punkte

2. Staffel 8 Folgen:

7,5/10 Punkte

Ich glaube, nach der ersten Staffel war meine Erwartung an Fallout fast automatisch höher, als sie es vielleicht hätte sein sollen. Weil Staffel 1 etwas geschafft hat, was gar nicht so selbstverständlich ist: eine Videospieladaption, die wirklich funktioniert. Und Staffel 2 macht … vieles ähnlich. Aber eben nicht alles gleich gut.

Was man der Serie direkt lassen muss: Dieses Fallout-Gefühl ist immer noch da. Diese Welt, dieser Mix aus Verfall, Absurdität und schwarzem Humor. Das funktioniert. Vielleicht sogar noch ein Stück besser als zuvor. Gerade der Humor sitzt diesmal häufiger, ist böser, pointierter und fühlt sich mehr nach dem an, was man aus den Spielen kennt.

Auch visuell ist das wieder auf einem sehr hohen Level. Die Sets, die Kostüme, die Effekte, das hat alles Hand und Fuß. Man merkt, wie viel Liebe da drinsteckt. Und auch die ganzen kleinen Easter Eggs sind nett eingebaut, ohne komplett aufdringlich zu wirken. Und trotzdem hatte ich diesmal öfter das Gefühl, dass sich die Serie ein bisschen zu sehr darauf verlässt. Dass man das alles kennt.

Während Staffel 1 ihre Geschichte noch klarer strukturiert hat, verliert sich Staffel 2 ein bisschen in ihren eigenen Strängen. Es gibt keinen wirklich klaren roten Faden, kein Gefühl dafür, worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll. Die Aufteilung der Storylines, die vorher noch gut funktioniert hat, wirkt hier teilweise zerfasert. Man springt viel. Man bekommt viel gezeigt. Aber nicht alles fühlt sich notwendig an.

Gerade dieser eine Storystrang im Vault … man weiß sofort, welcher gemeint ist. Der läuft so nebenbei mit, ohne wirklich etwas beizutragen. Weder für die Figuren noch für die Gesamtgeschichte. Und das ist schade, weil genau solche Momente der Serie Tempo und Fokus nehmen. Und dann sind da diese Cameos. Die teilweise einfach da sind, ohne wirklich etwas auszulösen. Ohne Mehrwert. Fast so, als hätte man sie eingebaut, weil man es konnte.

Und gerade bei einem Setting wie Fallout, das so viel Potenzial bietet, wirkt das fast ein bisschen verschenkt. Das merkt man besonders bei New Vegas. Ein Ort, auf den viele gewartet haben. Ein Ort, der eigentlich so viel erzählen könnte. Und am Ende bleibt da ein Gefühl von … das war’s jetzt? Da wäre mehr drin gewesen. Viel mehr.

Trotzdem. Das hier ist immer noch eine verdammt gut gemachte Serie. Vielleicht nicht mehr ganz so frisch, nicht mehr ganz so fokussiert wie Staffel 1. Aber immer noch stark genug, dass man dranbleiben will. Weil man merkt, dass da immer noch etwas ist. Dieses Fundament, das funktioniert. Und vielleicht ist das genau der Punkt. Staffel 2 wirkt ein bisschen wie eine Übergangsstaffel. Eine, die noch nicht ganz weiß, wo sie hin will, aber den Weg dahin vorbereitet. Und wenn das aufgeht, könnte Staffel 3 wieder richtig reinhauen.

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