Drama, Action, Science-Fiction | Erscheinungsjahr: 2022 | Geschaut: 2025 | Schauspieler: John Cena, Danielle Brooks, Jennifer Holland, Freddie Stroma

  1. Staffel 8 Folgen: 8,5/10 Punkte

2. Staffel 8 Folgen:

8,1/10 Punkte

Ich wusste ehrlicherweise nicht so ganz, was ich von der zweiten Staffel von Peacemaker erwarten soll. Die erste hatte diesen Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Dieses Gefühl von „Warum funktioniert das eigentlich so gut?“. Und genau das lässt sich bekanntlich schwer wiederholen. Und das merkt man das dieser Staffel auch an.

Nicht, weil sie schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Aber weil sie nicht mehr ganz diesen Effekt hat, dich komplett zu überrollen. Stattdessen wirkt vieles vertrauter. Eingespielter. Und manchmal auch ein kleines bisschen berechenbarer.

Und trotzdem. Es ist immer noch genau diese Mischung, die funktioniert. Dieser Spagat zwischen komplett drüber und gleichzeitig erstaunlich ehrlich. Zwischen absurdem Humor und Momenten, die plötzlich mehr Gewicht haben, als man ihnen eigentlich zutrauen würde.

John Cena trägt das Ganze wieder mit einer Selbstverständlichkeit, die man so nicht erwartet hätte, wenn man nur auf die Figur schaut. Peacemaker ist immer noch laut, immer noch überzeichnet, immer noch irgendwo eine Karikatur. Und gleichzeitig bekommt man mehr von dem zu sehen, was darunter liegt. Mehr Zweifel, mehr Unsicherheit, mehr dieses Gefühl, dass da jemand ist, der eigentlich nicht genau weiß, wer er sein will.

Und das funktioniert. Vor allem, weil die Serie sich Zeit dafür nimmt. Auch wenn sie gleichzeitig nie vergisst, was sie ist. Es gibt immer noch diese komplett absurden Momente, diese Dialoge, die irgendwo zwischen genial und komplett bescheuert schwanken. Und manchmal trifft das perfekt. Manchmal eben nicht.

Das ist vielleicht der größte Unterschied zur ersten Staffel. Man merkt deutlicher, wenn etwas nicht ganz aufgeht. Wenn ein Gag zu lange gezogen wird. Wenn eine Szene ein bisschen zu sehr versucht, diesen typischen Ton zu treffen. Und gleichzeitig gibt es Momente, in denen genau das wieder perfekt funktioniert.

Ein Auf und Ab, das sich durch die Staffel zieht. Was aber bleibt, ist die Dynamik zwischen den Figuren. Dieses Zusammenspiel, dieses leicht chaotische Teamgefühl, das nie wirklich stabil ist und genau deshalb so gut funktioniert. Beziehungen entwickeln sich weiter, verschieben sich, bekommen neue Risse. Und genau das hält das Ganze zusammen.

Und trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass die Serie sich ein bisschen im Kreis dreht. Nicht komplett, aber spürbar. Als würde sie sich manchmal zu sehr auf das verlassen, was schon einmal funktioniert hat, statt konsequent weiterzugehen. Und gerade nach einer ersten Staffel, die sich so frisch angefühlt hat, fällt das eben auf.

Doch dann sind da diese Momente, in denen sie wieder zeigt, warum man sie eigentlich so gerne schaut. Wenn sie plötzlich ernst wird. Wenn sie sich traut, einen Schritt zurückzugehen und ihre Figuren einfach mal wirken zu lassen. Ohne Witz, ohne Übertreibung. Und genau dann funktioniert es wieder erstaunlich gut.

Peacemaker Staffel 2 ist nicht mehr diese große Überraschung. Sie ist nicht mehr ganz so unberechenbar. Aber sie ist immer noch stark genug, um dich dranzuhalten. Weil sie etwas hat, das viele andere Serien nicht haben. Eine eigene Stimme. Auch wenn sie diesmal nicht immer genau weiß, wie laut sie sein will.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Serie/Peacemaker