Drama, Komödie, Science-Fiction | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 | Schauspieler: Yahya Abdul-Mateen II, Ben Kingsley, Arian Moayed

1. Staffel 8 Folgen:

7,3/10 Punkte MCU

Ich glaube, ich hätte bei einer neuen Marvel-Serie wie Wonder Man nicht unbedingt damit gerechnet, überrascht zu werden. Zu oft fühlt sich das alles mittlerweile nach Schema an. Gleiche Struktur, gleiche Einsätze, gleiche Art, Spannung zu erzeugen. Und dann kommt diese Serie und macht … etwas anderes. Nicht komplett neu, aber anders genug, dass man es sofort merkt.

Wir begleiten einen Schauspieler, der unerwartet in die Welt der Superhelden hineingezogen wird, als er selbst über besondere Fähigkeiten verfügt. Statt sofort zum klassischen Helden zu werden, versucht er zunächst, seinen Platz zwischen Karriere, öffentlichem Image und dieser neuen Realität zu finden.

Wonder Man geht einen deutlich bodenständigeren Weg. Hier steht nicht die Welt auf dem Spiel. Es geht nicht permanent um das nächste große Ereignis, nicht um immer größere Bedrohungen. Superkräfte sind da, klar, aber sie fühlen sich fast nebensächlich an. Und genau das tut der Serie gut.

Weil sie sich Zeit nimmt. Zeit für ihre Figuren, Zeit für ihre Geschichte. Die Folgen haben ein angenehmes Tempo, nichts wirkt gehetzt, nichts wird künstlich aufgeblasen. Man kann sich darauf einlassen, kann den Charakteren beim Wachsen zusehen. Und das ist in diesem Universum mittlerweile fast schon ungewohnt.

Und trotzdem hatte ich immer wieder diesen Gedanken im Hinterkopf. Worauf will das Ganze eigentlich hinaus? Die Serie lässt sich treiben, manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr. Gerade wenn es um die „Antagonisten“ geht, merkt man, dass da etwas fehlt. Sie wirken nicht wirklich integriert, eher wie ein notwendiges Element, das irgendwie mitläuft. Eine echte Gefahr spürt man selten. Und dadurch fehlt stellenweise auch die Spannung.

Aber vielleicht ist genau das gar nicht der Fokus. Denn Wonder Man lebt eher von seinen Momenten als von seiner großen Handlung. Von Gesprächen, von kleinen Szenen, von Dynamiken. Vor allem zwischen Yahya Abdul-Mateen II und Ben Kingsley. Die beiden tragen die Serie auf eine sehr angenehme Art. Ihre Chemie funktioniert, ihre Interaktionen machen Spaß, und oft sind es genau diese Momente, die hängen bleiben.

Dazu kommt, dass die Serie immer wieder versucht, etwas auszuprobieren. In der Erzählweise, in einzelnen Folgen, in visuellen Ideen. Manchmal funktioniert das richtig gut, manchmal wirkt es ein bisschen verloren. Aber allein, dass sie es versucht, hebt sie schon ein Stück von anderen Marvel-Projekten ab.

Das hier ist keine große, alles verändernde Serie. Kein Projekt, das das MCU komplett neu definiert. Es ist eher etwas Kleineres. Ruhigeres. Eine Geschichte, die für sich stehen will. Und genau das macht sie sympathisch. Auch wenn sie nicht immer weiß, wo sie genau hinmöchte. Auch wenn nicht alles aufgeht. Aber sie funktioniert in dem, was sie sein will. Eine runde Geschichte. Aktuell nicht mehr, nicht weniger. Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem man gespannt sein darf, was eine zweite Staffel daraus macht.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Serie/wonder-man-0