Hi, die Seite dient dazu, einmal meine Wertungen und Kritiken zu erklären. Wie bereits auf der Seite erklärt ist, ist hier alles rein meine subjektive Meinung. Ich würde zwar schon behaupten, dass ich mir über die Jahre eine gewisse Expertise angeeignet habe und teils durchaus Ahnung habe, wovon ich rede, aber am Ende ist es immer noch nur meine Meinung, und ich höre mir sehr gerne andere Sichtweisen und Meinungen an.
Trotzdem würde ich gerne einmal erläutern, warum vielleicht der eine Film die gleiche Wertung wie der andere hat, obwohl es aus einer Sicht keinen Sinn macht.
Ich nehme hier sehr gerne das Beispiel von Terrifier 3 und MaXXXine. Beide Filme haben von mir 6 Punkte bekommen, obwohl der eine Film sichtlich besser ist als der andere.
Das liegt daran, dass ich immer versuche, einen Film oder eine Serie danach zu bewerten, was sie sind oder sein wollen. Terrifier 3 ist ein Slasher, der vor allem Blut und Gewalt in den Vordergrund setzt und weniger die Story oder Charakterentwicklung. Zudem ist der Film eine Low-Budget-Produktion und darauf ausgelegt, mit möglichst geringem Budget einen großen kommerziellen Erfolg zu erwirtschaften – was bereits mit Teil 1 und 2 sehr gut funktioniert hat. Und das funktioniert auch hier wieder gut: Der Film ist in dem Bereich, was er ist, sehr gut. Der Horror entsteht hier weniger über Atmosphäre, sondern vor allem durch die blutigen und brutalen Bilder. Manchmal sogar so brutal, dass es schon unangenehm oder eklig ist. Aber genau das will er sein: provozierend und so Aufmerksamkeit erregend. Unter all diesen Gesichtspunkten musste ich diesen Film mit 6 Punkte bewerten. Terrifier 3 ist eben genau das, was er ist – ein brutaler und blutiger Slasher, nicht mehr und nicht weniger. Aber dieses „Weniger“ funktioniert auf der großen Leinwand, und wenn man sich darauf einlässt, macht der Film auch Spaß.
MaXXXine dagegen ist eine ganz andere Sorte von Film. Auch dieser ist der dritte Teil einer Reihe und setzt auf den Horror-Aspekt, hat aber ganz andere Ambitionen als Terrifier 3. MaXXXine funktioniert vor allem über seine Atmosphäre – und das schon die ganze Reihe über –, setzt sich aber deutlich von Teil 1 und 2 ab. Wir begleiten seit zwei Filmen Mia Goth, wie sie in mehrere Rollen schlüpft und jetzt wieder in die der Maxine Minx. Der Film versucht, über eine Metaebene viel Tiefgang zu erzeugen, und löst sich von der Handlung und Art seiner Vorgänger. Der Horror entsteht hier auch durch Gewalt, aber diese wird nicht – wie in Terrifier 3 – plump auf die Leinwand geschmiert, sondern cinematisch in Szene gesetzt und nur in Maßen ganz bewusst als Stilmittel eingesetzt. Der wahre Horror kommt hier über die Psyche der Hauptfigur. Maxine Minx hatte schon im Vorgänger gezeigt, dass sie durchaus anfällig ist, durchzudrehen – und das zeigt sie auch hier wieder. Wir wissen als Zuschauer nicht, was sie als Nächstes tut, und diese Unberechenbarkeit sorgt auf Dauer für ein gewisses Unbehagen. Rein objektiv ist natürlich auch ein deutlicher Unterschied zu Terrifier 3 zu erkennen. Kamera, Regie, Bildgestaltung und die Schauspielleistung – in jedem Aspekt liegt MaXXXine weit vorne.
Also, nach all dem Lob: Warum bekommt MaXXXine dann nur 6 Punkte? Naja, wie bereits erwähnt, bewerte ich das Gesamtkonstrukt, und das heißt auch, dass ich MaXXXine im Gesamtkontext mit seinen Vorgängern betrachten muss. Da muss ich sagen, ist MaXXXine der schwächste der drei Teile. Ich fand seine Vorgänger deutlich stärker, und unter all diesen Gesichtspunkten bekommt MaXXXine ebenfalls 6 Punkte. Nicht, weil ich ihn gleichwertig zu Filmen wie Terrifier 3 sehe, sondern weil ich jeden Film und jede Serie einzeln betrachte und bewerte.
Wichtig noch zu erwähnen ist, dass ich manche Kritiken direkt nach dem Schauen schreibe und versuche, erste Gedanken und Ideen sofort niederzulegen. Manche Kritiken auf dieser Seite sind aber von Filmen oder Serien, die ich vor längerem gesehen habe. Zwar rewatche ich einiges, allerdings werde ich nicht immer alle Serien und Filme noch einmal ansehen, bevor ich eine Kritik verfasse. Das hat auch seine guten Gründe – für einige Filme oder Serien ist es sogar gut, dass sie so in Erinnerung bleiben, wie sie sind. Ein Beispiel wären Kindheitsfilme.
Ja, jetzt habe ich hier doch deutlich mehr geschrieben und viel um den heißen Brei geredet, trotzdem wollte ich einmal ausführlich meine Art der Kritik niederschreiben (und halbwegs meine Gedankengänge erklären). Ich hoffe, das hat so halbwegs funktioniert und man kann jetzt verstehen, wie oder warum ich den Film so bewertet habe und diese Serie so.
