Evil Dead Burn

4 Minuten

Fantasy, Horror, Mystery| Erscheinungsjahr: 2026| Geschaut: 2026 im Kino| Schauspieler: Souheila Yacoub, Hunter Doohan, Luciane Buchanan | Regisseur: Sébastien Vaniček | Laufzeit: 1h 50min

 5,4 

Ich habe Feuer gemacht

Ich glaube, jede Horrorreihe kommt irgendwann an diesen Punkt, an dem man sich fragt, wie oft dieselbe Grundidee eigentlich noch funktionieren kann. Bei Evil Dead war ich nach dem dritten Mal genau dort angekommen. Nicht, weil die Filme schlecht geworden wären. Sondern weil sich die Prämisse langsam ein bisschen erschöpft. Und Evil Dead Burn macht es einem nicht unbedingt leicht, dieses Gefühl wieder loszuwerden.

Dabei fängt der Film richtig stark an. Visuell ist das wahrscheinlich einer der interessantesten Teile der Reihe. Immer wieder gibt es Kameraeinstellungen, bei denen ich kurz dachte: „Okay, das sieht wirklich fantastisch aus.“ Man merkt, dass hier jemand Lust hatte, mit Perspektiven zu spielen und den Horror nicht nur über das zu erzählen, was passiert, sondern auch darüber, wie es gezeigt wird.

Dazu kommt ein Sounddesign, das mindestens genauso wichtig ist wie die Bilder selbst. Oft hat mich gar nicht die Szene erschreckt, sondern das Geräusch davor oder danach. Dieses unangenehme Knacken, Kratzen oder Flüstern, das einem deutlich mehr unter die Haut geht als das eigentliche Bild.

Dadurch entsteht wieder dieses typische Evil Dead-Gefühl. Nur eben noch extremer.

Denn was Gore, Splatter und Ekel angeht, kennt der Film wirklich überhaupt keine Grenzen mehr. An manchen Stellen hatte ich ernsthaft das Bedürfnis wegzuschauen. Nicht unbedingt, weil ich Angst hatte, sondern weil die Macher scheinbar beschlossen haben, sämtliche scheußlichen Ideen, die jemals irgendwo herumlagen, einfach alle in einen Film zu packen. Und das Erstaunliche daran ist, dass es trotzdem nie beliebig wirkt. Hier fühlt sich nichts zensiert oder zurechtgestutzt an. Der Film zieht seine Idee konsequent bis zum Ende durch. Alles wirkt wie aus einem Guss.

Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Denn genau da beginnt für mich das größte Problem. Der Film findet einfach kein Ende. Es gibt gefühlt drei oder vier Momente, in denen man denkt: Jetzt ist es vorbei. Jetzt kommt der Abspann. Und jedes Mal entscheidet sich der Film dagegen.

Stattdessen zieht er die Hauptfigur immer wieder zurück in den Albtraum. Es fühlt sich irgendwann an, als würde einem ständig das rettende Licht am Ende des Tunnels gezeigt werden, nur damit im nächsten Moment wieder eine Hand aus dem Boden schießt und sie erneut nach unten zieht.

Oder sie überlebt Verletzungen, bei denen in jeder halbwegs realistischen Welt längst Schluss gewesen wäre. Aber hier reicht scheinbar pures Durchhaltevermögen. Und irgendwann verliert das leider seinen Effekt. Nicht, weil die Szenen schlecht wären. Sondern weil der Film immer noch einen draufsetzen will. Und dann noch einen. Und noch einen.

Bis aus Eskalation irgendwann Ermüdung wird.

Was mir dagegen überraschend gut gefallen hat, ist der Humor. Nicht dieser völlig überdrehte Slapstick früherer Teile, sondern kleine One-Liner und trockene Kommentare, die den Film immer wieder auflockern. Das wirkt nie gezwungen, sondern angenehm dosiert und gibt dem Ganzen zwischendurch genau die Luft, die der Film braucht.

Und trotzdem bleibt da noch ein anderer Gedanke. Mittlerweile sind wir beim dritten Film angekommen. Und trotzdem wissen wir über diese Welt kaum mehr als im ersten. Ja, es gibt das Buch der Toten. Ja, irgendwelche Priester oder Forscher haben sich irgendwann damit beschäftigt und Tonaufnahmen hinterlassen. Aber darüber hinaus? Fast nichts.

Gerade hier hätte ich mir gewünscht, dass die Reihe endlich anfängt, ihre eigene Mythologie ein bisschen weiter auszubauen. Nicht alles erklären. Das wäre wahrscheinlich sogar der falsche Weg. Aber zumindest das Gefühl vermitteln, dass hinter all dem noch mehr steckt. Stattdessen bleibt vieles auf demselben Stand wie vor Jahren. Und das fühlt sich langsam nach verschenktem Potenzial an.

Am Ende bleibt Evil Dead Burn ein halbwegs guter/okayer Horrorfilm. Einer, der visuell einiges wagt, beim Gore sämtliche Grenzen sprengt und genau weiß, wie man Atmosphäre erzeugt. Aber gleichzeitig auch einer, der zeigt, dass selbst die härteste Eskalation irgendwann an Wirkung verliert, wenn sie kein Ende mehr findet. Vielleicht wäre manchmal genau das Mutigste gewesen, einfach früher aufzuhören.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/evil-dead-burn


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