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Komödie, Drama, Horror, Mystery | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 im Kino | Schauspieler: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Amanda Fix | Regisseur: Jane Schoenbrun | Laufzeit: 1h 52min

 8,5 

Haben die gerade eine Lüftung sexualisiert?

Ich maße mir bei Teenage Sex and Death at Camp Miasma nicht einmal ansatzweise an, behaupten zu können, dass ich alles verstanden habe, was dieser Film mir eigentlich sagen wollte. Dafür behandelt er einfach zu viele Themen, teilweise offensichtlich und teilweise so unterbewusst, dass man wahrscheinlich noch Tage später darüber nachdenken könnte. Aber vielleicht ist genau das auch die größte Stärke dieses Films. Man spürt bereits beim Schauen, wie viel hier eigentlich unter der Oberfläche steckt.

Wer allerdings einfach nur ins Kino möchte, um sich mit ein paar Jumpscares und leichten Schreckmomenten berieseln zu lassen, der sollte um diesen Film vermutlich einen großen Bogen machen. Das hier ist keine leichte Kost. Das hier ist tiefgründig, verschroben, teilweise verwirrend und an manchen Stellen auch wirklich schwer zu greifen. Und gleichzeitig hatte ich verdammt viel Spaß dabei.

Denn Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist purer Meta-Horror. Nach einer etwas längeren Einführung beginnt eine absolut verrückte Reise durch verschiedenste Horror-Klischees, Anspielungen auf alte Horror-Reihen und teilweise auch eine Kritik auf Hollywood und den modernen Kosmos der Horror-Franchises. Jane Schoenbrun spielt dabei mit klassischen Stilmitteln des Genres, mischt diese mit ihren eigenen Ideen und bedient sich auch immer wieder an anderen Genres und deren Erzählweisen.

Dadurch entsteht ein Film, dem man die Handschrift seiner Regisseurin in jeder Sekunde anmerkt. Wer ihre vorherigen Arbeiten kennt, wird vermutlich verstehen, was ich meine.

Es ist ein queerer Meta-Horrorfilm, der sich nicht wirklich darum bemüht, in irgendeine bekannte Schublade zu passen.

Und genau deshalb habe ich so etwas in dieser Form auch noch nicht wirklich gesehen. Der Film braucht allerdings etwas, um wirklich in Fahrt zu kommen und zu zeigen, worauf er eigentlich hinauswill. Es geht um Hingabe, Verlangen, Selbstfindung, sexuelle Orientierung und fast schon um eine Art Befreiung. Dabei werden unglaublich viele Themen aufgemacht, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht unbedingt zusammenpassen. Doch nach und nach entsteht daraus eine Reise, die man als Zuschauer gemeinsam mit den Figuren erlebt.

Das Ergebnis ist ein super verschrobener, verrückter und teilweise wirklich verwirrender Film, der mich trotzdem immer weiter mitgezogen hat. Und selbst als der Abspann lief, war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich gerade alles verstanden hatte. Ich bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht sicher. Aber ich glaube, das muss ich auch gar nicht.

Denn Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist einer dieser Filme, die einen nach dem Schauen nicht einfach loslassen. Man denkt über einzelne Szenen nach, versucht Bilder einzuordnen und fragt sich irgendwann, welche der vielen Ebenen man vielleicht komplett übersehen hat.

Das hier ist kein Film, den man einfach schaut und anschließend direkt wieder vergisst.

Auch die beiden Hauptdarsteller tragen unglaublich viel zu diesem Erlebnis bei. Ihre Dynamik funktioniert hervorragend und beide schaffen es, diesem ohnehin schon schrägen Film noch einmal einen ganz eigenen, verschrobenen Charakter zu geben. Sie passen perfekt in diese Welt und sorgen dafür, dass man trotz all der Verrücktheit immer wieder etwas hat, woran man sich festhalten kann.

Visuell hat mich der Film ebenfalls komplett abgeholt. Besonders das Zusammenspiel aus gemalten Hintergründen im Camp und innerhalb der imaginären Welt mit den realen Hintergründen außerhalb davon ist wunderschön inszeniert. Dieses Design sorgt dafür, dass sich die verschiedenen Ebenen des Films nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell voneinander unterscheiden. Und genau dadurch entsteht ein Gesamtbild, das unglaublich eigenständig wirkt.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist definitiv nicht für jeden gemacht.

Der Film fordert Aufmerksamkeit, Geduld und vor allem die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, das man vielleicht nicht sofort verstehen wird. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man einen unglaublich tiefgründigen, kreativen und verrückten Meta-Horrorfilm, der sich an bekannten Genre-Konventionen bedient, sie gleichzeitig auseinandernimmt und daraus etwas vollkommen Eigenes macht.

Und vielleicht habe ich am Ende wirklich überhaupt nichts verstanden. Aber verdammt noch mal, ich hatte Spaß dabei, es herauszufinden.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/teenage-sex-and-death-at-camp-miasma


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