Supergirl

3 Minuten

Science-Fiction, Action | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 im Kino | Schauspieler: Milly Alcock, Eve Ridley, Matthias Schoenaerts | Regisseur: Craig Gillespie | Laufzeit: 1h 48min

 5,6 

#Kurzkritik

Alkohol ist keine Lösung – doch, wenn man an der roten Sonne ist

Nach Superman war ich ehrlich gesagt ziemlich gespannt, wohin das neue DC-Universum als Nächstes gehen würde. Nicht nur, weil Supergirl eine der bekanntesten Figuren des Universums ist, sondern auch, weil genau hier die Chance bestand, sich ein Stück weit von dem zu lösen, was der erste Film aufgebaut hat. Und tatsächlich macht Supergirl einiges anders. Die Frage ist nur, ob das schon reicht.

Man merkt, dass DC sein Universum langsam größer werden lassen möchte. Wir sehen deutlich mehr von den verschiedenen Planeten, lernen neue Spezies kennen und bekommen das Konzept der unterschiedlichen Sonnen nun auch auf der Leinwand zu sehen. Das erweitert diese Welt spürbar und macht Lust darauf, noch mehr davon zu entdecken.

Gleichzeitig hebt sich Supergirl dadurch auch angenehm von Superman ab. Während der Vorgänger stellenweise fast schon zu vorsichtig wirkte, bringt dieser Film zumindest ein kleines bisschen mehr Würze in das neue Universum.

Und trotzdem. Irgendetwas fehlt.

Vielleicht liegt es daran, dass sich vieles erstaunlich vertraut anfühlt. Der Look erinnert immer wieder an andere Science-Fiction-Filme, manche Planeten wirken, als hätte man sie so oder so ähnlich schon unzählige Male gesehen. Nach ein paar Schauplatzwechseln stellt sich relativ schnell das Gefühl ein, dass der Film eigentlich schon alles gezeigt hat, was er zeigen wollte. Und genau dadurch verliert er leider ein Stück seiner eigenen Persönlichkeit.

Auch die Handlung hilft dabei nicht unbedingt weiter. Sie ist erstaunlich simpel. Der Film versucht zwar immer wieder, mit Rückblenden, zusätzlichen Figuren oder längeren Erklärungen mehr Gewicht hineinzubringen, aber wirklich komplexer wird die Geschichte dadurch nicht. Eher das Gegenteil. Man merkt stellenweise, wie sehr versucht wird, etwas größer wirken zu lassen, als es eigentlich ist.

Was den Film allerdings immer wieder rettet, ist Milly Alcock. Sie bringt genau den Kontrast mit, den Supergirl zu Superman braucht. Während Clark (David Corenswet) oft kontrolliert und ruhig wirkt, bringt Kara (Milly Alcock) deutlich mehr Energie mit. Mehr Ecken und Kanten. Mehr Lockerheit. Sie trägt den Film über weite Strecken fast alleine und sorgt dafür, dass viele Szenen überhaupt erst funktionieren. Auch die lockeren Sprüche sitzen größtenteils, die Kämpfe machen Spaß und sind ordentlich inszeniert. Aber eben auch nicht mehr.

Selbst Lobo (Jason Momoa), auf den sich viele wahrscheinlich am meisten gefreut haben, bleibt hinter den Erwartungen zurück. Nicht schlecht. Aber eben auch nicht dieser große Moment, den man sich vielleicht erhofft hatte. Und vielleicht fasst genau das den gesamten Film ganz gut zusammen.

Er funktioniert. Er unterhält.

Supergirl erinnert mich sogar ein wenig an die ersten Marvel-Origin-Filme. Viel Herz, sympathische Figuren, ein solides Fundament. Aber eben auch keiner dieser Filme, bei denen man das Kino verlässt und sofort das Gefühl hat, gerade etwas Besonderes gesehen zu haben.

Am Ende fühlt sich Supergirl nicht wie dieser freche, punkige Film an, den viele vielleicht erwartet haben. Nicht wie eine Heldin, die mit ihrer ganz eigenen Art eine neue Generation begeistern könnte. Stattdessen bleibt vieles erstaunlich sicher. Und Milly macht ihre Sache wirklich gut. Aber ob dieser Film unbedingt nötig war? Da bin ich mir ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/supergirl-woman-of-tomorrow


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