Invincible S4

3 Minuten

Action, Animation, Science-Fiction, Drama | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 über Streamingdienst | Schauspieler: Steven Yeun, Sandra Oh, J.K. Simmons, Walton Goggins, Gillian Jacobs

 8,8 

4. Staffel 8 Folgen

Nach dem Ende der dritten Staffel steht Mark in Invincible Staffel 4 endgültig an einem Punkt, an dem es eigentlich kein Zurück mehr gibt. Die Frage ist längst nicht mehr, ob er irgendwann so mächtig wie sein Vater wird. Die viel interessantere Frage lautet mittlerweile: Wie viel von Nolan steckt eigentlich wirklich in ihm?

Genau darum dreht sich für mich ein großer Teil dieser Staffel. Mark ist nicht mehr der Junge aus der ersten Staffel, der seine Kräfte gerade erst entdeckt und nebenbei versucht, irgendwie sein normales Leben weiterzuführen. Nach allem, was passiert ist, funktioniert dieses normale Leben ohnehin kaum noch. Mark hat Dinge gesehen und getan, die ihn verändern mussten. Und Staffel 4 zeigt immer wieder, dass man nicht einfach nach einer Katastrophe aufsteht und so weitermacht, als wäre nichts passiert.

Besonders spannend ist dabei, wie Mark zunehmend mit seiner eigenen Gewaltbereitschaft konfrontiert wird. Das war schon in den vorherigen Staffeln immer wieder ein Thema, aber hier wird es endgültig zu einer zentralen Frage. Wie weit darf Invincible gehen, um die Menschen zu beschützen, die ihm wichtig sind? Und ab welchem Punkt wird aus einem Helden jemand, vor dem man selbst Angst haben sollte?

Denn genau das ist das Faszinierende an Mark. Er möchte unbedingt besser sein als sein Vater.

Er möchte beweisen, dass er nicht einfach nur ein weiterer Viltrumite ist. Aber je stärker die Bedrohungen werden, desto schwieriger wird es für ihn, an genau diesem Anspruch festzuhalten. Man merkt immer mehr, wie sehr ihn alles belastet. Jede Entscheidung hat Konsequenzen und jede neue Bedrohung zwingt ihn dazu, seine eigenen Grenzen neu zu definieren.

Und dann kommt natürlich noch die gesamte Situation rund um die Viltrumiten dazu. Die Geschichte wird größer, die Konflikte werden persönlicher und gleichzeitig steht plötzlich nicht mehr nur Marks eigenes Leben auf dem Spiel. Die Serie schafft es dabei wieder hervorragend, diese riesigen intergalaktischen Konflikte mit den persönlichen Problemen der Figuren zu verbinden. Natürlich geht es um mächtige Wesen, um Planeten und um das Schicksal ganzer Zivilisationen. Aber im Mittelpunkt steht trotzdem immer wieder Mark.

Genau deshalb funktioniert Invincible für mich auch in Staffel 4 noch so gut. Die Serie vergisst bei all den Kämpfen, den unglaublichen Kräften und den völlig absurden Dimensionen ihrer Geschichte nie, dass Mark im Grunde immer noch versucht herauszufinden, wer er eigentlich sein möchte.

Und das ist teilweise wirklich hart mit anzusehen. Denn egal, wie sehr Mark versucht, das Richtige zu tun, scheint jede Entscheidung neue Probleme mit sich zu bringen. Manchmal kann er Menschen retten und verliert dafür etwas anderes. Manchmal gibt es überhaupt keine richtige Entscheidung. Und manchmal bleibt ihm nur die Wahl zwischen zwei beschissenen Möglichkeiten.

Genau das macht die Handlung dieser Staffel so spannend. Es geht nicht einfach darum, ob Invincible den nächsten Gegner besiegen kann. Wir wissen mittlerweile, dass Mark unglaublich stark ist. Die eigentliche Frage ist viel eher, was von ihm übrig bleibt, wenn er all diese Kämpfe irgendwann gewonnen hat. Dabei peakt die Serie hier abermals in zwei Folgen, die einen wirklich infrage stellen lassen, was mit Animation heute alles möglich ist. Jeder der die Staffel geschaut hat, weiß von welchen zwei Folgen ich hier rede und wenn ich sage, dass das vielleicht das beste ist, was eine Animation Serie gezeigt und auch behandelt hat lüge ich bestimmt nicht.

Und vielleicht ist genau das auch der größte Unterschied zu den ersten Staffeln. Invincible wird größer, brutaler und spektakulärer. Aber gleichzeitig wird die Geschichte von Mark immer persönlicher. Staffel 4 zwingt ihn dazu, Entscheidungen zu treffen, die ihn für den Rest seines Lebens verändern könnten. Und während man ihm dabei zusieht, wird einem immer deutlicher, dass die größte Gefahr für Mark vielleicht irgendwann gar nicht mehr von einem anderen Planeten kommt.

Sondern von der Möglichkeit, irgendwann selbst genau zu dem zu werden, gegen das er sein ganzes Leben lang kämpfen wollte.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Serie/Invincible/Staffel-4


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