Invincible S2

3 Minuten

Action, Animation, Science-Fiction, Drama | Erscheinungsjahr: 2023 | Geschaut: 2023 über Streamingdienst | Schauspieler: Steven Yeun, Sandra Oh, J.K. Simmons, Walton Goggins, Gillian Jacobs

 8,4 

2. Staffel 8 Folgen

Nach dem Ende der ersten Staffel hatte Invincible eigentlich ein Problem. Wie will man nach so einem Finale überhaupt weitermachen? Die Messlatte lag absurd hoch. Umso überraschter war ich, dass Staffel 2 gar nicht versucht, dieses Finale einfach zu überbieten. Stattdessen macht sie etwas deutlich Schwierigeres: Sie verarbeitet die Konsequenzen davon.

Denn genau darum geht es in dieser Staffel. Mark muss mit der Wahrheit über seinen Vater leben und gleichzeitig herausfinden, was das alles für ihn selbst bedeutet. Denn Nolan ist zwar verschwunden, sein Einfluss auf Mark aber noch lange nicht. Plötzlich steht immer wieder die Frage im Raum, ob Mark irgendwann genauso werden könnte wie sein Vater.

Mark entwickelt sich hier unglaublich weiter. Er wird erwachsener, nachdenklicher und beginnt zu verstehen, dass es in seiner Welt keine einfachen Entscheidungen mehr gibt. Gleichzeitig versucht er weiterhin, irgendwie ein normales Leben zu führen. Schule, Freunde, Beziehungen und nebenbei muss er noch die Welt retten. Genau dieser Spagat macht ihn für mich zu einem der interessantesten Superhelden der letzten Jahre.

Besonders spannend wird es, als die Geschichte rund um die Viltrumiten immer weiter in den Mittelpunkt rückt. Staffel 1 hat uns gezeigt, wie brutal dieses Universum sein kann. Staffel 2 zeigt uns, wie riesig es eigentlich ist. Mark reist zu anderen Planeten, trifft neue Fraktionen und erfährt immer mehr über das Universum, aus dem sein Vater stammt.

Dabei bleibt die Serie ihrer größten Stärke treu: Konsequenzen.

Entscheidungen verschwinden hier nicht einfach nach einer Folge. Gerade die Ereignisse rund um Nolan ziehen sich durch die gesamte Staffel und beeinflussen fast jede Figur. Aber auch Marks eigene Entscheidungen haben Konsequenzen. Besonders die Geschichte rund um Angstrom Levy zeigt das hervorragend. Was zunächst wie ein weiterer Konflikt beginnt, entwickelt sich zu einer der persönlichsten Bedrohungen für Mark.

Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Im Vergleich zur ersten Staffel fehlt mir stellenweise etwas das konstante Tempo. Manche Folgen nehmen sich sehr viel Zeit für den Aufbau kommender Ereignisse und wirken dadurch etwas ruhiger. Das ist nicht schlecht, nach dem unglaublichen Finale der ersten Staffel fühlt sich diese Staffel dadurch aber manchmal eher wie ein großes Bindeglied an.

Das ändert allerdings nichts daran, dass die emotionalen Momente wieder hervorragend funktionieren. Besonders die Entwicklung von Mark und Nolan hat mir unglaublich gut gefallen. Ihre Beziehung ist mittlerweile deutlich komplexer geworden und genau deshalb funktionieren ihre gemeinsamen Szenen so gut. Invincible beweist einmal mehr, dass gute Dialoge manchmal spannender sein können als jede Actionszene.

Und wenn es dann doch zur Eskalation kommt, erinnert die Serie sofort wieder daran, warum sie sich so von anderen Superheldengeschichten abhebt. Die Kämpfe sind brutal, kompromisslos und fühlen sich jedes Mal gefährlich an. Gerade das Finale rund um Angstrom Levy zeigt erneut, wie persönlich und emotional diese Serie werden kann.

Staffel 2 mag vielleicht nicht den gleichen Schockeffekt haben wie ihr Vorgänger. Dafür macht sie etwas anderes mindestens genauso gut: Sie verarbeitet die Folgen der ersten Staffel, vertieft ihre Figuren und erweitert ihre Welt auf eine Art und Weise, die unglaublich viel Lust auf das macht, was noch kommen wird.

Für mich ist Invincible auch mit der zweiten Staffel weiterhin eine der spannendsten Superheldenserien überhaupt. Nicht, weil sie immer größer werden will. Sondern weil sie nie vergisst, dass hinter all den Kräften und Kämpfen immer noch Menschen stehen.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Serie/Invincible/Staffel-2


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