Masters of the Universe

3 Minuten

Action & Abenteuer, Fantasy | Erscheinungsjahr: 2026 | Geschaut: 2026 über Streamingdienst | Schauspieler: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Idris Elba | Regisseur: Travis Knight | Laufzeit: 2h 21min

★ 5,4 

#Kurzkritik

Er hat die Kraft, aber ist im falschen Jahrzehnt

Es gibt Filme, bei denen ich mich frage, ob sie einfach schlecht sind oder nur ein paar Jahrzehnte zu spät gekommen sind. Masters of the Universe gehört für mich definitiv in die zweite Kategorie. Einer der größeren Flops an der Kinokasse in diesem Jahr, aber meiner Meinung nach längst nicht so schlimm, wie man vielleicht vermuten würde. Denn auch wenn dieser Film einige Probleme hat, ist er am Ende doch irgendwie sympathisch.

Das größte Problem ist für mich die Tonalität. Hier ist wirklich alles völlig überzeichnet, teilweise so extrem, dass ich mich stellenweise gefragt habe, ob ich gerade einen Fantasyfilm oder eine moderne Comicverfilmung schaue. Die Figuren sind überdreht, die Inszenierung ist laut und vieles wirkt, als hätte man sich bei aktuellen Superheldenfilmen ordentlich Inspiration geholt. An sich wäre das auch überhaupt kein Problem, wenn der Film diesen Weg konsequent gehen würde. Tut er aber nicht.

Stattdessen schwankt Masters of the Universe ständig zwischen ernsthaftem Fantasyepos und beinahe unfreiwilliger Komik hin und her. Mal nimmt sich der Film unglaublich ernst, nur um wenige Minuten später eine Szene zu präsentieren, die fast schon wie eine Parodie wirkt. Besonders deutlich wird das bei Skeletor, der von Jared Leto mit einer dermaßen überzeichneten und extremen Art gespielt wird, dass man manchmal nicht so recht weiß, wie man das eigentlich finden soll. Das ist stellenweise unterhaltsam, wirkt aber gleichzeitig so überdreht, dass es kaum noch zu dem passt, was der Film an anderen Stellen erzählen möchte.

Und irgendwie ist genau das auch das Problem des gesamten Films.

Masters of the Universe ist weder Fisch noch Fleisch. Er möchte gleichzeitig eine Hommage an die Originalserie aus den Achtzigern sein, langjährige Fans glücklich machen und sich an modernen Comicverfilmungen orientieren. Das Ergebnis ist ein Film, der ziemlich viel ausprobiert, sich dabei aber immer wieder selbst im Weg steht.

Der Fanservice funktioniert dabei durchaus. Wer mit der alten Serie aufgewachsen ist, dürfte hier einige Momente finden, die das Fanherz höherschlagen lassen. Gleichzeitig versucht der Film, mit modernen Witzen und einer überdrehten Inszenierung ein neues Publikum anzusprechen. Einige dieser Witze funktionieren überraschend gut, andere ziehen sich einfach viel zu lange und gehen in endlosen Dialogen unter. Manchmal hätte es dem Film wirklich geholfen, einfach einen Gang zurückzuschalten und sich auf das zu konzentrieren, was er eigentlich erzählen möchte.

Trotzdem hatte ich mit Masters of the Universe meinen Spaß.

Nicht unbedingt, weil hier alles funktioniert, sondern weil ich dem Film seine Bemühungen durchaus anmerke. Er möchte unterhalten, seine Fans glücklich machen und gleichzeitig etwas Eigenes auf die Beine stellen. Dass er sich dabei gelegentlich verzettelt, ist offensichtlich. Aber das macht ihn für mich noch lange nicht zu einem Totalausfall.

Am Ende bleibt ein netter, sympathischer Film übrig, der einfach zu viel auf einmal sein möchte. Vielleicht hätte eine klarere Tonalität geholfen. Vielleicht hätte man sich stärker an der Originalserie orientieren oder konsequenter den Weg moderner Comicverfilmungen einschlagen sollen. So bleibt ein Film, der manchmal wirklich Spaß macht, sich aber nie ganz entscheiden kann, was er eigentlich sein möchte.

Vielleicht ist Masters of the Universe also gar kein wirklich schlechter Film. Vielleicht ist er einfach im falschen Jahrzehnt gelandet.

Verfügbar bei: https://www.justwatch.com/de/Film/Masters-of-the-Universe-2021


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